veganer Tierschutz auf der "Wir haben es satt"-Demo?

Auch in diesem Jahr fühlen sich viele Tierrechtler und Veganer berufen, für ihre Ideologie ("mit Bio ist es nicht getan, echter Tierschutz ist vegan!") auf der bunten "Wir haben es satt"-Demo zu demonstrieren.

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Und das soll eine Demo FÜR die Landwirtschaft sein? Es fällt den Veranstaltern wohl ziemlich schwer, sich von den extremen Tierrechtlern zu lösen. Echte Alternativen und Lösungswege werden mit diesen Gruppen niemals möglich sein. Was viele Gruppen auf der großen Demonstration zusammenhält , ist der kleinste Nenner bzw. der gemeinsame Gegner- die "böse" Massentierhaltung und Agrarindustrie. Beide Begriffe werden aber nicht weiter definiert, ein jeder hat eine andere Vorstellung wann Massentierhaltung bzw. Agrarindustrie beginnt.

Es werden im Vorfeld die vielen Höfe beklagt, die in der Vergangenheit aufgeben mussten. Und gleichzeitig wird mit dem riesen Strauß an unterschiedlichsten Forderungen der teilnehmenden Gruppen das Höfesterben angeheizt. Denn jede Erhöhung der Auflagen und Anforderungen, sorgt auch für das Aus von tendenziell kleineren Betrieben.

Wenn das so weiter geht, dann können die Demonstranten in ein paar Jahren gegen die Agrarindustrie und Massentierhalter, die im Ausland ansässig sind, demonstrieren. Die werden dann den deutschen Markt bedienen, denn was mit der "Wir haben es satt"- Demo betrieben wird, ist eine weitgehende Abwicklung der leistungsfähigen deutschen Landwirtschaft und der damit verbundenen Höfe.

Wenn "Wir haben es satt" ernsthaft eine Demo für die Bauern sein möchte, dann sollte sie sich zu allererst von den Tierrechtsgruppen und Veganern distanzieren!

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Kommentare: 3
  • #1

    Kritiker (Donnerstag, 19 Januar 2017 13:05)

    "Denn jede Erhöhung der Auflagen und Anforderungen, sorgt auch für das Aus von tendenziell kleineren Betrieben. " - Das sehen gut informierte Menschen wahrscheinlich anders. Denn es sind die kleinen Betriebe, die flexibler auf die (humanen, ökologischen und tierrechtlichen) Ansprüche der Menschen (Verbraucher, Nachbarn, Mitmwenschen) reagieren können. Das kann die Direktvermarktung sein, wesensgerechte Tierhaltung oder der Verzicht auf "Nutztiere". Ein Dorn im Auge sind ökologische und menschliche Zweifel nur großen, kapitalintensiven Strukturen - den Megaställen und Großbetrieben. Diese werden durch die Funktionäre des Bauernverbandes befördert - denn jeder pleitegehender Kleinbetrieb spült mehr Macht in die Hände der Aufsichtsräte von Banken und Versicherungen, Großbetrieben und Agrarchemie. Wer mag das kommentieren?

  • #2

    Friedrich K. (Donnerstag, 19 Januar 2017 20:31)

    Auch hier wieder ein Musterbeispiel für einen desinformierten "Kritiker": Wenn die kleineren Betriebe doch so flexibel auf die Ansprüche reagieren könnten, so müssten ihnen ja die Käufer ihre Produkte aus der Hand reißen. Fragen Sie mal nach, wie viele Menschen zu direktvermarktenden Höfen fahren. Und kleinere Betriebe und Biobetriebe bekommen auch mehr Subventionen. Dennoch reicht das nicht aus, um die Verbraucher dahin zu bewegen, deren Produkte zu kaufen.
    Was Sie wollen, ist eine von oben reglementierte Ernährungspolitik mit Lebensmittelkarten. Ende der Wahlfreiheit für den Verbraucher, der gezwungen werden soll, seinen Einkaufskorb nach Ihren Vorstellungen zu befüllen. Prost Mahlzeit! Tatsächlich gaben nach jeder Runde neuer Auflagen immer mehr Betriebe auf.
    Ach ja, Sie als "gut informierter Mensch" können es natürlich nicht lassen, Ihr Ego auf dieser Seite durch Kommentare zu verteilen und sich über alle anderen Menschen zu stellen.

  • #3

    Kritiker (Donnerstag, 19 Januar 2017 21:23)

    Hallo Herr K.,
    Nun, ich bin ja nur einer unter einigen, die sich hier in die Diskussion einbringen. Insofern: Ich bin gespannt auf weitere Wortmeldungen! Diese tragen in jedem Fall zur Klärung des Themas bei.