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Bayrische Bauern: "Redet mit uns und nicht über uns!"

Über ihre Köpfe hinweg wurde in Grub über die Weiterentwicklung der Milchviehhaltung beraten. Bäuerinnen und Bauern konfrontierten die Organisatoren mit der absurden Situation und forderten: "Redet mit uns - und nicht über uns".  © BBV
Über ihre Köpfe hinweg wurde in Grub über die Weiterentwicklung der Milchviehhaltung beraten. Bäuerinnen und Bauern konfrontierten die Organisatoren mit der absurden Situation und forderten: "Redet mit uns - und nicht über uns". © BBV

In Grub haben Bauern vor der Landesanstalt für Landwirtschaft demonstriert. Denn während drinnen hochrangige Vertreter des Handels, der Molkereien und der Wissenschaft über Themen wie Anbindehaltung und Tierwohl in der Milchviehhaltung beraten haben, mussten die Bauern draußen in der Kälte ausharren. Weder der Bauernverband noch eine andere Erzeugerorganisation war offiziell über den Termin informiert oder eingeladen worden. Damit wollten sich die Bäuerinnen und Bauern aus der Region nicht einfach abfinden. Sie konfrontierten die Organisatoren mit der absurden Situation und forderten mit einem großen Transparent: "Redet mit uns - und nicht über uns!"

 

"Wir Bauern haben doch das Wissen und die Erfahrung, schließlich kümmern wir uns tagtäglich um unsere Tiere. Und dann werden Änderungen einfach über unsere Köpfe hinweg auf den Weg gebracht", kritisierte Hans Schwimmer, BBV-Kreisobmann im Landkreis Erding. "Der Handel und die Molkereien meinen wohl, dass sie ihre große Macht ausnutzen und uns einfach etwas überstülpen können. Das lassen wir uns aber nicht gefallen!" 

"Miteinander zu reden ist doch das Mindeste"

Obwohl die niedrigen Preise für die Bauern oft kaum zu überleben reichen, haben die bayerischen Bauern ihre Arbeit und die Ställe in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten immer weiter verbessert. "Und daran arbeiten wir auch weiterhin - für die Zukunft der Höfe, für die Umwelt und fürs Tierwohl", sagte Schwimmer. "Aber wenn es um die Weichenstellungen für diese Weiterentwicklung geht, ist es doch das Mindeste, dass man mit uns redet und gemeinsam prüft, was möglich ist."

Während drinnen Vertreter des Handels, der Molkereien und der Wissenschaft diskutierten, mussten die Bauern draußen in der Kälte ausharren.  © BBV
Während drinnen Vertreter des Handels, der Molkereien und der Wissenschaft diskutierten, mussten die Bauern draußen in der Kälte ausharren. © BBV

Bildnachweise:
Foto1: Über ihre Köpfe hinweg wurde in Grub über die Weiterentwicklung der Milchviehhaltung beraten. Bäuerinnen und Bauern konfrontierten die Organisatoren mit der absurden Situation und forderten: "Redet mit uns - und nicht über uns". 

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Foto2: Während drinnen Vertreter des Handels, der Molkereien und der Wissenschaft diskutierten, mussten die Bauern draußen in der Kälte ausharren. 

© BBV

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Redemauskript von Renate Ixmeier

Statement anlässlich der Kundgebung:

Wir machen Euch satt in Berlin am 21.1.2017

9.15 Uhr am Washington Platz

Hallo zusammen

 Mein Name ist Renate Ixmeier

 Ich komme aus dem Landkreis NEA in Mittelfranken, das ist in Bayern

 Meine Familie bewirtschaftet einen kleinen Betrieb mit Ackerbau, Schweinemast und Wald im Nebenerwerb, d.h. unser hauptsächliches Einkommen kommt nicht aus der Landwirtschaft

Trotzdem lieben wir unseren Hof, wir lieben unsere Tiere und wir lieben unsere Arbeit hier auf unserem Hof

 Wir leben in 3 Generationen zusammen

Mein Mann Udo und ich, unsere beiden Kinder und mein Vater

WIR MACHEN EUCH SATT

Als Meisterin der Hauswirtschaft engagiere ich mich stark in der Bildungsarbeit.

Ob bei Erwachsenen, Jugendlichen oder Kindern:

 Ich versuche jeder Altersgruppe unsere heimische Landwirtschaft und ihre super Produkte näher zu bringen

 Wir kochen gemeinsam, essen zusammen und diskutieren darüber, wie unsere Lebensmittel hergestellt werden, was unsere Region Besonderes zu bieten hat, aber auch, wie wir unsere Tiere auf den Betrieben halten

Sehr oft wird uns von den NGO´s vorgeworfen, dass wir nicht das produzieren, was „der Verbraucher“ will

Dem kann ich nicht zustimmen: in vielen Gespräche habe ich erfahren, dass vor allem die Sicherheit unserer Lebensmittel an erster Stelle steht

Diese Sicherheit bieten unsere heimischen Produkte

 Wir arbeiten transparent – es kann jeder in meinen Stall kommen, der vorher darum bittet

Ich erlaube mir auch, kranke Tiere mit Medikamenten zu behandeln, - nicht prophylaktisch, nicht ohne Maß und Ziel –

Wie uns oft vorgeworfen wird

Aber so, dass dem Tier geholfen wird, die Krankheit zu überwinden und immer in Absprache mit dem Tierarzt

 Unsere Tiere sind unser Kapital und nur, wenn die Tiere gesund sind, bringen sie Leistung und damit auch Erfolg für meinen Betrieb

WIR MACHEN EUCH SATT

Ich habe auch einen Hund und 3 Katzen – da hat mich noch niemand nach Tierarztbesuchen gefragt

 Für unsere Haustiere ist es o.k.

 Für unsere Nutztiere soll es verwerflich sein?

Diese ständigen Verallgemeinerungen gehen mir ziemlich auf den Zeiger: „DIE Landwirtschaft“, „DIE Agrarindustrie“ …

 Es kann ein Betrieb mit 2.000 oder 3.000 Schweinen seine Tiere genauso sorgsam behandeln, wie wir das mit unseren 180 tun

 Es soll aber auch Ställe mit nur 20 Tieren geben, denen es nicht gut geht

Eine gewisse Betriebsgröße ist nötig, um auch die Familie die dahinter steht satt zu machen und zu versorgen

Es wird in jeder Branche immer schwarze Schafe geben,

 

das ist auch unsere Aufgabe, diese schwarzen Schafe zu outen, damit sie bestraft werden

Die Vorschläge, unsere Produktion zu verringern und noch mehr Flächen stillzulegen, empfinde ich ehrlich gesagt, als Affront gegen die ständig wachsende Weltbevölkerung

 Wenn nicht wir mit unseren fruchtbaren Böden, unserem Know-how – wer sonst sollte die bis 2050 erwarteten 2,4 Milliarden zusätzlichen Menschen auf der Welt ernähren

WIR MACHEN EUCH SATT

Stattdessen versiegeln wir immer mehr landw. Nutzflächen und legen wertvolle Ackerflächen still

Wir, nicht mal mehr 1% der Weltbevölkerung, wir werden die Welt nicht dadurch retten, dass wir weniger produzieren

Ich bin stolz,

  • dass meine Familie und ich dazu beitragen,
  • dass viele Menschen täglich hochwertige
  • Lebensmittel genießen können
  • Und sich darum nicht sorgen müssen

WIR MACHEN EUCH SATT!

 

DARAUF KÖNNT IHR EUCH VERLASSEN!

12 Kommentare

Dialog statt Protest
- Redet mit uns, statt über uns -

Samstag, 21. Januar 2017

9:15 - 11:00 Uhr

Washington-Platz Berlin

(direkt am Hauptbahnhof)

 

auch im kommenden Jahr:

  • ein zentraler Termin in Berlin
  • und hoffentlich wieder viele regionale Aktionen in Kreis/Kleinstädten.
  • Alles am gleichen Wochenende